Landschaftsleistungen

DEFREN

Zyklisches Modell

Das Modell «Landschaftsleistungen stärken Landschaftsqualität» bezieht sich auf eine spezifische Landschaft und umfasst verschiedene Schritte. Wichtig ist der Einbezug der lokalen Bevölkerung während des gesamten Prozesses von Beginn weg:

  • Landschaftsleistungen identifizieren: Die lokale Bevölkerung lernt die vertraute Landschaft mit ihren natürlichen und baukulturellen Qualitäten zu lesen und identifiziert die Landschaftsleistungen. Gewünschte landschaftliche Verbesserungen und Landschaftsleistungen werden im Gespräch oder in Workshops angesprochen. Regionale bzw. kantonale Landschaftskonzeptionen oder Inventare bilden wertvolle Grundlagen für die Identifizierung gewünschter (zukünftiger) Landschaftsleistungen.
  • Potenziale erkennen: Welche Leistungen die spezifische Landschaft potenziell erbringen kann, wird entweder partizipativ bestimmt und/oder von übergeordneten Zielen und Strategien abgeleitet.
  • Landschaftsrelevante Akteurinnen und Akteure finden: Die landschaftsrelevanten Akteur- und/oder Zielgruppen, also Personen, die sich stärker mit dem Potenzial der Landschaft auseinandersetzen sollen, werden identifiziert und eingeladen, sich bei der Entwicklung eines Projekts zur Stärkung von Landschaftsqualitäten zu beteiligen. Es gilt «Schlüsselpersonen» zu identifizieren und sie zur Mitwirkung zu motivieren. Sie sind der Schlüssel zu weiteren lokal wichtigen Personen.
  • Strukturen aufbauen: Anfänglich informelle Strukturen sollen später möglichst in bereits bestehende oder neue formellere Strukturen für die Weiterführung von landschaftsrelevanten Aktivitäten überführt werden. Strukturen sind wichtig, um die Kontinuität der Projekte zu sichern, sie regelmässig auf ihre Aktualität zu prüfen und bei Bedarf anzupassen.
  • Projekte entwickeln: Projektideen zur Stärkung der Landschaftsqualitäten werden gemeinsam skizziert, Zuständigkeiten und Meilensteine festgelegt, noch fehlende Akteurgruppen identifiziert und zur Mitwirkung eingeladen.
  • Projekte umsetzen: Um die vereinbarten Projekte umzusetzen, sollen die landschaftsrelevanten Akteur- und/oder Zielgruppen einbezogen und die landschaftspolitischen Instrumente genutzt werden (Steiger 2016).
  • Stärkung Qualitäten: Die zu Beginn des Prozesses identifizierten Potenziale konnten benannt und die Landschaftsqualitäten mittels konkreter Projekte gestärkt werden.
  • Wirkungskontrolle: Klar definierte Ziele helfen zu erkennen, ob diese erreicht wurden oder ob es weitere Massnahmen braucht.

Eine sehr wichtige Unterstützung des Gesamtprozesses und somit zur langfristigen Sicherung und Inwertsetzung von Landschaftsleistungen leistet die strategisch geplante Kommunikation (oranger Kreis in Abb.) mit ihren Haupt-Elementen Ziele, Instrumente, Anwendung und Weiterentwicklung. Bei der Kommunikation geht es nicht nur um die Sensibilisierung für Landschaftsleistungen, sondern auch um die Vermittlung ästhetischer und emotionaler Aspekte.