Landschaftsleistungen

DEFREN

Praxisbeispiele

Die Geographischen Institute der Universitäten Zürich und Lausanne haben gemeinsam mit Partnern verschiedene Projekte, die sich mit Landschaftsleistungen auseinandersetzen begleitet und geleitet.

Landschaftsleistungen stärken Landschaftsqualität

Ein neu entwickeltes zyklisches Modell zeigt auf, wie der Zugang über Landschaftsleistungen die Landschaftsqualitäten stärken kann. Mittels Befragungen und Gesprächen werden relevante Landschaftsleistungen aus Sicht der lokalen Bevölkerung und weiterer Beteiligter ermittelt. Zudem wird identifiziert, welche landschaftlichen und (bau)kulturellen Qualitäten diesen Leistungen zugrunde liegen und welche zusätzlichen Qualitäten die lokale Landschaft in Zukunft ausweisen könnte. Basierend darauf können konkrete Umsetzungs-Projekte zur Stärkung der Landschaftsqualitäten gestartet werden.

«Landschaftswissen in Kürze» für Lehrpersonen

Auf landschaftswissen.ch wird kompaktes Landschaftswissen für Lehrpersonen vermittelt. Ein neu entwickeltes Informationsblatt dient Lehrpersonen der Sachanalyse für den Unterricht. Es zeigt auf, wie Landschaften unsere Lebensqualitäten heute und in Zukunft prägen. Das Projekt wurde gemeinsam von der Universität Zürich und der Pädagogischen Hochschule Zürich entwickelt. Für die französischsprachige Version erfolgte eine Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne und der HEP Vaud.

In einem Folgeprojekt wird nun ein Bilderbuch «Ich entdecke Landschaften» für Schülerinnen und Schüler und die breite Bevölkerung entwickelt.

Neue Besucherlenkung «Rund ums Hudelmoos»

Im BLN-Gebiet «Thurgauisch-Fürstenländische Kulturlandschaft mit Hudelmoos» wurde ein mehrjähriger Mitwirkungsprozess durchgeführt, mit dem Ziel, die Wertschätzung für das BLN-Gebiet zu steigern. Teilnehmende des Mitwirkungsprozesses waren die drei betroffenen Gemeindebehörden, kantonale Fachstellen aus zwei Kantonen (TG/SG), Mooskorporationen, Bürgergemeinden, Jäger, Försterinnen, Naturschützer, Landwirtinnen und Schulen. Dieser Mitwirkungsprozess wurde in einem Film dokumentiert.

Ein sichtbares Resultat dieser engen Zusammenarbeit ist die aktualisierte Besucherlenkung und -information im Gebiet. Die neuen Informationstafeln (Link fehlt noch) präsentieren die landschaftlichen Besonderheiten und lokale Persönlichkeiten mit ihren Geschichten zur Landschaft. Eine Übersichtskarte (Link fehlt noch) bietet Orientierung über die neu ausgeschilderten Rundwege um diese Landschaft von nationaler Bedeutung zu erleben.

Überarbeitung des Managementplans für Lavaux

Lavaux ist sowohl als BLN als auch als UNESCO-Welterbegebiet eingetragen. Jede Welterbestätte muss einen Managementplan haben, der festlegt, wie der aussergewöhnliche universelle Wert der Stätte erhalten werden soll. Der Managementplan für Lavaux, vignoble en terrasses aus dem Jahr 2007 ist das Referenzdokument für den Verein "Lavaux Patrimoine mondial" (LPm), der für die Verwaltung des Welterbegebiets verantwortlich ist. Das Forschungsteam der Universität Lausanne war auf Einladung des Vereins LPm an der Vorbereitung für die Überarbeitung dieses Managementplans beteiligt. Ziel war es, gemeinsam eine Methode zum Einbezug der Landschaftsleistungen zu entwickeln. Konkret sollen die Schlüsselwerte, also die Attribute, die den aussergewöhnlichen universellen Wert des Gebiets unter dem Gesichtspunkt der Landschaftsleistungen tragen, sowie die Indikatoren zur Beschreibung dieser Attribute und ihrer Entwicklung im Laufe der Zeit analysiert werden.

(Wieder-)Entdeckung der Landschaft des Val d'Hérens: Schulprojekt

In Zusammenarbeit mit der Schule von Val d'Hérens, die nur wenige hundert Meter von den Pyramiden von Euseigne entfernt liegt, wurde ein Projekt durchgeführt, das alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I des Tals umfasste. Das Ziel war es, einen generationenübergreifenden Dialog über die Landschaft zu initiieren, in der die Jugendlichen leben. Konkret wurde gefragt, was den Jugendlichen die Landschaft bringt, wie sich die Landschaft verändert hat und wie sie sich in der Zukunft entwickeln könnte. Zu diesem Zweck wurden die Schülerinnen und Schüler in sechs thematische Workshops aufgeteilt (Radio; Escape Room; Erosion und Geologie; Kochen und lokales Handwerk; nachhaltige Zukunft der Pyramiden; Märchen und Legenden). Durch diese Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler die Landschaften ihres Tals und ihre Verbindungen zu den wirtschaftlichen Aktivitäten (Handwerk, Landwirtschaft, Tourismus) kennen. Sie dachten auch über die Zukunft des Standorts der Pyramiden von Euseigne nach.

Im Rahmen des 20-jährigen Bestehens der Europäischen Landschaftskonvention organisierte das Interdisziplinäre Zentrum für Gebirgsforschung der Universität Lausanne (CIRM) im Herbst 2020 einen "Landschaftsmonat " im Val d'Hérens. Ziel dieser Veranstaltungsreihe war es, der Bevölkerung den evolutionären Charakter der Berglandschaften, die Beiträge der Landschaften zur Gesellschaft sowie die Bedeutung der Erhaltung qualitativ hochwertiger Landschaften zu vermitteln. Die verschiedenen Veranstaltungen (Ausstellungen, öffentliche Vorträge, Exkursionen, Rundtischgespräche), die in den fünf Gemeinden des Val d'Hérens organisiert wurden, waren bei der Bevölkerung ein schöner Erfolg.

Seit 2021 wird im Val d'Hérens ein Projekt der Universität Lausanne durchgeführt, das partizipative Wissenschaft, Wissenschaftsvermittlung und künstlerischen Ansatz miteinander verbindet. Unter dem Titel "Val d'Hérens 1950/2050 - Leben, Bilder und Praktiken eines Gebiets im Wandel" lädt es die Bürgerinnen und Bürger ein, die Entwicklung des Gebiets (und damit der Landschaften) vor dem Hintergrund des Klimawandels, aber auch des ökologischen und digitalen Wandels zu hinterfragen. Bewohner*innen, Forscher*innen, Künstler*innen und Besucher*innen des Val d'Hérens untersuchen gemeinsam die Herausforderungen und Auswirkungen des Klimawandels auf das Leben in den Bergen.

Videos zu Landschaften, Landschaftsleistungen und damit verbundenen Konflikten

Was ist grün bei Greencity, welche Landschaftsleistungen bietet die Limmat in der Stadt Zürich, welche Konflikte ergeben sich durch Covid-19 in Naherholungsgebieten? Solchen und weiteren Fragen haben sich Studierende im Rahmen einer Lehrveranstaltung am Geographischen Institut der Universität Zürich gewidmet und dazu sechs Videos gedreht.