Landschaftsleistungen

DEFREN

Erkenntnisse und Empfehlungen

Mehrwert und Qualitäten von Landschaften lassen sich mit dem Ansatz der Landschaftsleistungen gut beschreiben. Mit den Landschaftsleistungen lässt sich anschaulich aufzeigen, welche Qualitäten Landschaften für einzelne Akteurgruppen aufweisen und welcher Mehrwert daraus für die Menschen vor Ort erwächst. Dies kann helfen, die Akzeptanz für Massnahmen zum Schutz und zum schonenden Umgang mit den Landschaftsqualitäten zu steigern. Eine zu starke Betonung der Landschaftsmehrwerte kann jedoch zu erhöhtem Besucherandrang und dadurch zu zunehmendem Nutzungsdruck führen. Die Kommunikation der Ziele und Botschaften ist daher bewusst und strategisch zu planen. Oftmals stehen Sensibilisierung und Information im Vordergrund und nicht Promotion um zusätzliche Besuchende anzuziehen.

Empfehlung: Angesprochen sind nebst der lokalen Bevölkerung und lokalen Landschaftsakteurinnen und -akteuren (z. B. Landwirtinnen, Grundbesitzer) die kantonalen Behörden: Gewünschte Landschaftsleistungen sollen identifiziert und bei der Planung regionaler Landschaftsqualitätsziele in Zusammenarbeit mit den Gemeinden gestärkt werden.


Lokale Akteurinnen und Akteure lassen sich für Gespräche über angestrebte Landschaftsqualitäten einbeziehen. Der Ansatz der Landschaftsleistungen erlaubt, auf einfache Weise Gespräche mit Akteurinnen und Akteuren über die wahrgenommenen bestehenden und gewünschten Landschaftsqualitäten zu führen. Der Ansatz hilft, sich über Themen wie Ästhetik, Erholung oder Verbundenheit auszutauschen und die Aussagen zu strukturieren. Damit leistet er auch Unterstützung bei Nutzungskonflikten, weil Themen benannt werden, die bei Aushandlungsprozessen oft wenig Gewicht erhalten. Generell besteht eine grosse Bereitschaft, sich vor Ort mit der «eigenen» Landschaft sowie deren Bedeutung und Qualitäten auseinanderzusetzen. Diese Bereitschaft gilt es zu nutzen, um seitens Gemeinden, Kanton und Bund verstärkt gemeinsam mit lokalen Akteurgruppen Landschaftsprojekte zu erarbeiten.

Empfehlung: Zum Aufbau und zur Pflege von Landschaftswissen in den Regionen sollen Kantone und der Bund stärker mit lokalen Akteurgruppen zusammenarbeiten. In geschützten Landschaften bilden Schutzbestimmungen den verbindlichen Orientierungsrahmen. Innerhalb dieses rechtlichen Rahmens soll der Handlungsspielraum ausgelotet und genutzt werden.


Neue Strukturen der Zusammenarbeit sollen gefördert werden. Die Realisierung und langfristige Sicherung von Landschaftsprojekten erfordern neue und flexible Strukturen der Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung und externen Fachpersonen. Dabei ändern sich die Funktionen der involvierten Schlüsselpersonen laufend: So kann eine Person zu Beginn wertvolle «Ideenlieferantin» sein und den restlichen Prozess eher als «Beobachterin» verfolgen. Andere Personen wandeln sich vom «Kritiker» zum «Unterstützer». Manche beteiligen sich an den Projekten als Vertreterin einer Institution (z. B. Gemeindebehörde, Schulleitung, Umweltorganisation), andere als interessierte Privatperson und wieder andere als Beauftragter (z. B. Umweltbüro). Wichtig ist, dass die Prozesse moderiert und punktuell mit inhaltlichen oder administrativen Leistungen unterstützt werden. Dieser Dialog führt zu einer lokalen «Landschaftskultur», also der konkreten Auseinandersetzung mit Landschaft.

Empfehlung: Welche Art von zusammenarbeitsfördernden Strukturen für ein konkretes Projekt sinnvoll ist, muss abhängig von den Bedürfnissen und Zielen der involvierten Akteurgruppen festgelegt werden. Die Zusammenarbeit ist agil zu gestalten, so dass sie den sich ändernden Umständen Rechnung tragen kann. Bei einigen Projekten mag es sinnvoll sein, die Zusammenarbeit nach Abschluss eines Projekts zu beenden, bei anderen bietet sich vielleicht eine längerfristige Kooperation unter einer gemeinsamen Trägerschaft an.